Holzpelletheizungen arbeiten mit unterschiedlichen Techniken der Beschickung: Heute aktuell sind zumeist die Unterschubfeuerung oder der Einsatz eines Walzenrostsystems. Bei der Unterschubfeuerung werden die Pellets mittels einer Förderschnecke von unten in eine Art Brennteller gedrückt, verbrennen dort und die übrig bleibende Asche fällt über den Tellerrand in den darunter liegenden Aschebehälter. Beim Walzenrostsystem hingegen fallen die Pellets von oben auf mehrere, sich langsam drehende Stahlscheiben mit geringem Zwischenraum. Ein Abstreifkamm reinigt je Umdrehung die Zwischenräume, so dass ebenfalls die Asche ungehindert nach unten durchfallen und Verbrennungsluft nach oben zugeführt werden kann. Die heißen Verbrennungsgase werden danach über einen Wärmetauscher mit manueller oder automatischer Reinigung der Wirbulatoren in den Kamin geführt. Alle modernen Holzpelletheizungen sind mit einer Rückbrandsicherung ausgestattet, die einen Rückbrand in den Zubring-, Lagerbereich der Pellets unmöglich macht. Insgesamt ist die moderne Pelletheizung für einen sehr sicheren, nahezu vollautomatischen Betrieb ausgelegt, sodass lediglich noch regelmäßige Reinigungs- und Wartungsarbeiten im Abstand von Wochen oder Monaten notwendig sind.

Infos zu Pelletsheizungen

Die Holzpelletheizung gilt als grünes Kraftwerk, denn sie schlägt alle anderen Heizungen auf der Grundlage konventioneller Energieträger in Bezug auf Umweltschutz und Kosten. Die Pellets setzen bei ihrer Verbrennung zwar CO2 frei, jedoch in der Gesamtbilanz bis zu 15-mal weniger als bei der Verbrennung von Öl oder Gas. Ein Baum nimmt nämlich fast so viel CO2 auf, wie sein Holz durch den Verbrennungsvorgang freisetzt.

Funktionsweise und Bedienung von Holzpelletheizungen
Es gibt unterschiedliche Modelle dieser Heizungen, die eines gemeinsam haben: Sie werden bedient wie eine Öl- oder Gas¬heizung und können bezüglich ihrer Ausführung mit oder ohne großen Holzpellet-Vorratsbehälter auskommen. Einige Modelle sind für den Scheitholz-Dualbetrieb geeignet, andere nicht. Alle Holzpelletheizungen bereiten auch warmes Wasser und liefern es in den Wärmespeicher, der auch von einer solarthermischen Anlage beschickt werden kann. Die Kombination von Holzpelletheizung und Solarthermie gilt als besonders effizient und wird vom BAfA gefördert. Eine Zuführeinrichtung beschickt die Brennkammer der Holzpelletheizung periodisch mit den Pellets, was bei angeschlossenem Vorratsbehälter vollautomatisch geschieht. In der Brennkammer kann ein dauerhaftes Glutbett bestehen, alternativ entzünden Heißluftgebläse automatisch die Pellets. Die Beschickung mit Pellets kann auf fünf verschiedene Arten erfolgen, als Fallschachtfeuerung, Unterschubfeuerung, Quereinschubfeuerung, per Walzenrostsystem oder mit der Sturzbrandtechnik. Moderne Pelletbrenner steuern die Effizienz und damit auch das Abgasgemisch, Flammraumfühler oder eine Lambda-Sonde messen zu diesem Zweck die Feuerraumtemperatur. Die Asche kann im Aschekasten komprimiert werden, auch Ascheaustragssysteme mit Förderschnecken kommen zum Einsatz. Durch die Feuerraumtemperatur wird Wasser erhitzt, das die Heizung und das Warmwasser auf die nötige Temperatur bringt. Darüber hinaus gibt der Pelletofen Strahlungswärme ab. Es gibt auch sehr kleine Ausführungen von Holzpelletheizungen, die über keine Wassertasche verfügen und in der Wohnstube wie ein normaler Ofen funktionieren, nur effizienter sind. Die Wärmeverteilung über Heißwasser erfolgt wie bei jeder Zentralheizung, dadurch ist keine Umrüstung nötig. Nur der Warmwasserspeicher empfiehlt sich immer. Gewartet werden Holzpelletheizungen wie Öl- oder Gasheizungen einmal jährlich.

Effizienz und Kosten
Zunächst einmal kann die Holzpelletheizung als Einzelheizung für einzelne Räume, als Zentralheizungssystem (ab 3,9 kW Wärmebedarf) und als unterstützendes System installiert werden. Es gibt auch kaskadierende Holzpelletheizungen (in Reihe geschaltet), die große Gebäudekomplexe heizen. Die Vorteile bestehen in der modernen Bauart und Bedienung, dem komfortablen Handling der Pellets und dem geringeren Ascheanfall. In Energiesparhäusern eignen sich Holzpelletheizungen perfekt, ein Gas- oder Ölkessel würde hier viel zu viel Energie produzieren. Die Investitions-Kosten werden mit 2.000 Euro für die kleinste Bauart ohne Wasserspeicher bis zu 20.000 Euro für aufwendige Anlagen beziffert, die große Einfamilienhäuser oder ein Zweifamilienhaus beheizen können. Für das normale Einfamilienhaus geht man von 9.000 bis 10.000 Euro aus. Diese Kosten fördert das BAfA mit mindestens 2.400 Euro, für einen neuen Pufferspeicher gibt es zusätzlich 500 Euro. Höhere Leistungen werden höher bezuschusst (bis zu 3.600 Euro). Die KfW fördert per Kredit (Programm Nr. 167) den Einbau. Zudem sparen die Investoren aus dem Stand rund 40 % Energiekosten gegenüber einer Ölheizung, rund 30 - 35 % gegenüber Gas. Das sind die Zahlen aus dem Frühjahr 2015 nach den gegenwärtigen Preisen für die Energieträger. Die Amortisationszeit einer Holzpelletheizung beträgt rund sieben bis neun Jahre.