Holzpellets News

2006-01-16 22:48:29:
Steigende Energiepreise lösen Run auf Fördermittel aus
Kommunen bezuschussen Öko-Maßnahmen

VON NICOLE KALENDA Würmtal - Die steigenden Preise für Erdöl und -gas bescheren den Würmtaler Umweltbeauftragten mehr Arbeit. Die Anfragen nach Fördermitteln für Energiesparmaßnahmen und die Nutzung regenerativer Energien nehmen zu. Johannes Rausch, im Planegger Rathaus zuständig für Abfall, Umwelt und Energie, verzeichnete im vergangenen Jahr einen Zuwachs von 40 Prozent. 2004 gingen 23 Anträge ein, 2005 waren es 32. In den ersten beiden Wochen des neuen Jahres erreichten Rausch bereits fünf weitere Anträge.
 
 "Mich wundert eigentlich, dass nicht noch mehr kommen", sagt Rausch. Die Gemeinde Planegg stellt jährlich 60 000 Euro für ihr Förderprogramm zur Verfügung. Hauptsächlich werden Dämmmaßnahmen für bestehende Gebäude und Pelletheizungen unterstützt. Im vergangenen Jahr reichte das Geld bis in den November hinein. "Der Wille, die Umwelt zu schützen, steckt in jedem Menschen", so Rausch, "aber mehrheitlich kommen die Leute aus Kostengründen." Der Energieberater, der selbst gerade zuhause den Einbau einer thermischen Solaranlage in Kombination mit einer Pelletheizung plant, sieht, dass die umweltfreundliche Technik zunehmend attraktiver wird. Eine mit Heizöl erzeugte Kilowattstunde kostet derzeit sechs Cent; durch das Verbrennen von Holzpellets ist sie bereits für 3,5 Cent zu haben. Die deutlich höheren Kosten für den Einbau einer solchen Heizung sollen durch gemeindliche Fördermittel (maximal 4500 Euro) gelindert werden.
 Die Neurieder Umweltbeauftragte Karin Pfab sagt aber: "Ich bin überzeugt, dass die steigenden Energiepreise eine Auslöserwirkung haben." Pelletheizungen fehlen im mit 25 000 Euro jährlich versehenen Neurieder Förderprogramm. Photovoltaikanlagen sind laut Pfab noch die Ausnahme. "Das Hauptaugenmerk liegt auf Wärmeschutzfenstern für bereits bestehende Gebäude." Die Neurieder handhaben die Verteilung der Fördergelder anders als etwa Planegg oder Gräfelfing: Die Anträge werden übers Jahr gesammelt, und dann wird nachgerechnet, ob die Fördersumme in vollem Maße ausgezahlt werden kann. 2005 kam jeder zum Zug.
 
 50 000 Euro Zuschüsse allein in Gräfelfing
 
 In Gräfelfing sind die Zeiten vorbei, in denen sich die Bürger am ersten Tag der Antragsfrist morgens um 6 Uhr anstellten. "Es hat etwas gedauert, bis eine Grunddeckung da war", sagt die Umweltbeauftragte Sabine Müller. In den vergangenen Jahren der wirtschaftlichen Stagnation ließ das Interesse an Investitionen in Dämmung und erneuerbare Energien nach, jetzt steigt es wieder.
 
 "Es ist absolut nachvollziehbar, wenn diese Sache über den Geldbeutel geregelt wird", sagt Müller über die Energiepreise als Grund für umweltschonende Maßnahmen. 50 000 Euro jährlich stehen in Gräfelfing zur Verfügung. Das Förderprogramm 2006 wird Anfang Februar aufgelegt. Müller: "Wenn man eine Woche später kommt, kriegt man auch noch etwas."
 
 Wichtig ist nur, erst den Antrag zu stellen und dann mit der Maßnahme zu beginnen. Wer umgekehrt handelt, geht leer aus. Das gilt auch für die Förderprogramme in Planegg und Neuried.

Quelle: marktplatz-oberbayern.de


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