Holzpellets News

2005-10-30 12:04:21:
Heizen mit Holzpellet, Scheitholz etc. hilft sparen
Der älteste Brennstoff der Welt feiert als preiswerte und umweltfreundliche Alternative zu Gas und Öl ein Comeback

von Tina Annika Guilleaume

Angesichts ständig steigender Preise für Heizöl und Gas gewinnt Holz als Energielieferant auch in Norddeutschland immer mehr an Bedeutung. So sei die Zahl privater Holzfäller, die ihr Brennholz aus hiesigen Wäldern beziehen, um etwa 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, sagt Rainer Wujciak, Leiter für Landwirtschaft und Forsten der Behörde für Wirtschaft und Arbeit.

"Viele Hamburger sägen sich ihr Holz in Volksdorf, Eißendorf oder Hausbruch nach Anweisungen des Försters selbst oder nehmen fertig abgepacktes Scheitholz mit", so Wujciak. In und um Hamburg sind schon viele Scheitholzhändler ausverkauft.

Auf steigendes Interesse stößt bei den Verbrauchern auch das Heizen mit sogenannten Holzpellets. Dabei handelt es sich um kleine, meist DIN-genormte Sägespan-Preßlinge, die in speziellen Öfen verfeuert werden. Bis jetzt werden solche Anlagen vor allem in Süddeutschland gebaut, während der Anteil an Pelletheizungen in Hamburg noch sehr gering ist: Nach Angaben der Schornsteinfegerinnung gibt es in der Hansestadt derzeit etwa 25 Pelletöfen, die meisten wurden in den letzten zwei bis drei Jahren installiert.

Aber es gibt in Hamburg mehrere Bauprojekte, wo Pelletheizungen eingeplant sind. So werden in Bergedorf vier Wohneinheiten auf einem alten Hof eingerichtet, die mit den Holzpreßlingen beheizt werden sollen. In Harburg wird ein Wohnblock voraussichtlich eine bis zu 100 Kilowatt starke Groß-Pelletheizung erhalten.

Die Anschaffung eines Pelletofens kann sich für Häuslebauer durchaus lohnen, weil der Kauf der Heizkessel staatlich gefördert wird. Neben mindestens 1700 Euro als Fördermittel für Pelletofen-Investoren durch den Bund bezuschußt die Stadt Hamburg jeden eingebauten Kessel mit 1000 Euro. Bundesweit sind im vergangenen Jahr etwa 7000 Pelletanlagen vom Staat bezuschußt worden, 2005 waren es bereits 9000.

Seit April dieses Jahres sei auch in Hamburg die Anfrage von privaten Bauherren und Installateuren nach Pelletöfen stark gestiegen, sagte ein Sprecher der Umweltbehörde. Etwa 34 Mitgliedsbetriebe der Innung Sanitär-Heizung-Klempner seien inzwischen auf Pelletheizungen spezialisiert, wovon aber längst nicht alle die Kessel auch schon eingebaut hätten. Die neuen Pelletöfen werden auch auf der Sanitär- und Heizungsmesse "shk Hamburg", die vom 23. bis 26. November auf dem Messegelände stattfindet, ein wichtiges Thema sein.

Nach Schätzungen von Joachim Fischer, Geschäftsführer des Deutschen Energie-Pellet-Verbands (DEPV), wird der Anteil der neuartigen Öfen am gesamten Heizungsmarkt in Deutschland bis 2010 bei fünf Prozent liegen. "Pendelt sich der Ölpreis bei etwa 50 Dollar pro Barrel ein, werden sich in Deutschland um die 35 000 Pelletkessel pro Jahr verkaufen", meint Fischer. Das würde bedeuten, daß bis 2010 rund 12 000 Pelletheizungen in Norddeutschland installiert werden.

Bislang hat sich der Preis von Holzpellets weitgehend unabhängig von denen für Gas und Öl entwickelt. Derzeit liegt der Preis für einen Liter Heizöl bei 60 Cent, eine Kilowattstunde Gas kostet 53 Cent und Pellets im jeweiligen Vergleich 36 Cent.

Umweltorganisationen wie Greenpeace begrüßen den Trend zum Heizen mit Holzpellets aus ökologischen Gründen. Im Vergleich zu fossilen Energieträgern seien die Preßlinge CO2-neutral: Sie setzen nur die Menge Kohlenstoffdioxid frei, die der Baum zuvor beim Wachsen aufgenommen hat. "Solange die DIN Plus-Zertifizerung eingehalten wird, die garantiert, daß die Preßlinge aus reinen Sägespänen produziert sind, spricht alles für Pellets", sagte ein Greenpeace-Sprecher. Auch Unternehmen im Norden stellen sich auf die neue Heizform ein. So hat in Wismar eine Fabrik für die Produktion von Holzpellets in Wismar im September den Probebetrieb aufgenommen. Mit 50 Mitarbeitern sollen dort ab 2006 vorerst 60 000 Tonnen des Heizmaterials hergestellt werden.

WAMS 30. Oktober 2005


zurück