Holzpellets News

2005-10-22 11:49:58:
Heizen mit Holzpellets
Fahrzeugbau-Unternehmen substituiert 100 000 Liter Heizöl

Die vorab durch den Bau von Grossfahrzeugen bekannte Hess AG in Bellach bei Solothurn hat eine konventionelle Ölheizung durch die grösste Holzpellets-Heizzentrale der Schweiz ersetzt. Die Anlage mit einer Leistung von 640 Kilowatt liefert jährlich 800 000 Kilowattstunden Wärme - genug für 50 Einfamilienhäuser - und beheizt etwa 1200 Quadratmeter Fläche. Der Verbrauch beträgt 200 Tonnen Pellets pro Jahr; dadurch werden rund 100 000 Liter Heizöl substituiert.

Lieferantin der Pellets ist die AEK Pellet AG in Balsthal, ein Unternehmen der AEK-Gruppe, die früher als Gesellschaft des Aare- und Emmen- kanals vorab in der Produktion und Verteilung von Elektrizität tätig war. Mit der AEK Energie AG besteht ein Contracting-Vertrag für 15 Jahre. Ihr gehört die Anlage, sie kam für die Investition von 260 000 Franken auf - abzüglich 54 000 Franken Förderbeitrag des Kantons Solothurn -, und sie ist dauernd für den Betrieb, den Unterhalt und die Optimierung verantwortlich. Geschäftsführer Alex Naef bestätigte, dass die Firma Hess in erster Linie am Endprodukt Wärme interessiert sei; das Contracting habe sie vom Investitions- und vom Betriebsrisiko befreit, und sie benötige auch kein Personal für den Unterhalt mehr.

Der für das Contracting zuständige Leiter der Pellet-Herstellerin, Walter Wirth, sieht für diesen Brennstoff einen zukunftsfähigen Markt, auch unter ökonomischen Gesichtspunkten. Der Preis pro Tonne Pellets liege derzeit zwischen 240 und 270 Franken, also deutlich unter den 380 Franken, die einem Heizölpreis von 80 Franken pro 100 Liter entsprächen. Die Einsparung an Brennstoffkosten beträgt 27 000 Franken im Jahr, und bei der Einführung der CO2-Abgabe kämen nochmals 9000 Franken dazu. Zudem wird der Ausstoss von CO2 um 265 Tonnen vermindert. Die AEK Pellet AG stösst nach den Ausführungen von Wirth mit 25 000 Tonnen schon bald an die Grenze der Produktion. Sie ist deshalb daran interessiert, dass in Luterbach bei Solothurn ein Grosssägewerk entsteht und den nötigen Rohstoff - Restholz von Schweizer Betrieben - liefert. Ebenfalls geplant ist eine Wärmezentrale.

Neue Zürcher Zeitung


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