Holzpellets News

2005-08-25 22:30:05:
Nachfrage nach Holzpelletheizung boomt.
Der Markt der Holzpelletheizungen, die mit so genannten Holzpellets befeuert werden, wächst derzeit rasant. Grund dafür ist die deutlich günstigere Bewirtschaftung einer modernen Holzheizung.


Im ersten Halbjahr 2005 hat das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle bereits 7.000 Anträge auf finanzielle Förderung durch das Marktanreizprogramm bewilligt.

Dies entspricht der Anzahl Holzpellets-Heizungen, die im gesamten vergangenen Jahr in Deutschland neu installiert wurden. In diesem Jahr wird die Zahl voraussichtlich auf rund 13.000 Pelletsheizungen steigen. Dies entspricht einem Wachstum von rund 80 Prozent.

Holzpellets sind – auf einen Liter Heizöl bezogen – etwa 20 Cent billiger. „Um einen Liter Heizöl zu ersetzen, benötigt man etwa zwei Kilogramm Pellets.

Für ein Einfamilienhaus, das durchschnittlich etwa 3.000 Liter Heizöl benötigt, würden sechs Tonnen Pellets anfallen“, erklärt Christoph Geiger, Produktmanager der Firma Solar Wagner in Cölbe und Vorstandsmitglied des deutschen Energie-Pellet-Verbands.

Bei dem momentanen Ölpreis von 60 Cent pro Liter und einem Pelletspreis von 18 Cent pro Kilogramm würde die Preisersparnis mehr als 700 Euro betragen. „Allerdings ist die Anschaffung einer Holzheizung teurer als die einer Ölheizung.

„Für eine komplett neue Holzpellets-Anlage muss man zwischen 10.000 und 12.000 Euro zahlen, eine konventionelle Öl- oder Gasheizung bekommt man für rund 7.000 Euro“, erklärt Geiger. Bei der momentanen Marktlage mache sich eine Holzpellets-Anlage jedoch nach fünf bis acht Jahren bezahlt.

Wenn der Ölpreis allerdings weiter so rasant steige und der Preis für Pellets stabil bleibe, könnte sich eine neue Anlage auch schon nach drei Jahren bezahlt machen.

„Der Preis für Pellets ist seit sieben Jahren stabil. Allerdings wächst der Markt, was den Wettbewerb stärkt. Man kann davon ausgehen, dass Pellets in Zukunft noch günstiger werden“, meint Geiger.

Wer seine konventionelle Öl- oder Gasheizung gegen eine Holzanlage tauschen möchte, muss meist nur den Heizkessel tauschen. „Eine vorherige Prüfung durch einen Fachmann ist auf jeden Fall notwendig“, betont der Experte.

Wichtig ist vor allem die Lagerung der Pellets, die in der Regel in einem separaten Kellerraum oder einem außenliegenden Erdlager erfolgt.

„Der Raum muss trocken sein. Weil die Pellets nur eine sehr geringe Restfeuchte aufweisen, würden sie in einem feuchten Raum schnell zerfallen.“ Erforderlich ist außerdem ein mechanisches Fördersystem, das die Pellets vom Lagerraum zum Heizkessel transportiert.

„Wer sich für eine Pellets-Heizung entscheidet, kann beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle einen Zuschuss-Antrag stellen.

Wenn die Anlage alle notwendigen Anforderungen erfüllt, wird ein Zuschuss gewährt, der abhängig von der Wärmeleistung ist, aber mindestens 1.700 Euro beträgt“, erklärt Christoph Geiger.

Höhere Zuschüsse gibt es für kommunale Einrichtungen. In der Gesamtschule Neustadt wurde mit Fördermitteln im Februar 2003 eine Holzhackschnitzel-Feuerungsanlage eingeweiht.

Das Prinzip einer solchen Anlage funktioniert wie das Heizen mit Pellets, allerdings werden die Holzhackschnitzel aus Rest- und Schwachholz nicht gepresst.

Nach Auskunft der Kreisverwaltung, können so etwa 80 Prozent des bisherigen Erdölverbrauchs durch nachwachsendes Holz ersetzt werden.

von Susanne Riess (OP Marburg)


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