| Holzpellets News |
|
|
THOMAS HÖDLMOSER Salzburg (SN). Der Anstieg des Ölpreises hat einer anderen Branche einen Aufschwung beschert: Das Geschäft mit Holzpellets und Pellets-Heizungen läuft so gut wie nie zuvor. "Wir hatten im regionalen Markt eine Nachfragesteigerung von 45 Prozent im Vergleich zum Vorjahr", sagt Matthias Schößwendter von der Schößwendter Holz GmbH.
18.000 Tonnen Pellets erzeugt das Saalfeldener Unternehmen pro Jahr. Der zweite große Salzburger Pelletsproduzent, die Firma FireStixx Salzburg aus Abtenau, produziert jährlich 30.000 Tonnen. Geschäftsführer Christian Pölzleitner rechnet mit Steigerungsraten von bis zu 25 Prozent pro Jahr. "Wir wollen mit dem Markt mitwachsen. Die Kapazität können wir verdoppeln."
Massiv gestiegen ist auch die Nachfrage nach Pellets-Heizkesseln. Heuer seien um 50 Prozent mehr Pellets-Kessel verkauft worden als im ersten Halbjahr 2004, sagt Johann Linsberger, der Vorsitzende der Vereinigung Österreichischer Kessellieferanten. Zugleich sei der Verkauf von Ölkesseln um 30 Prozent zurückgegangen. Bei den Gaskesseln gab es ein Minus von vier Prozent.
Mit der Nachfrage steigen auch die Investitionen in die Forschung. Die 13 Mitarbeiter der Salzburger Firma HET Heiz- & Energietechnik Entwicklungs-GmbH entwickelten im Vorjahr fünf neue Typen von Biomasse-Heizgeräten. "Auf Basis unserer Entwicklungen werden pro Jahr in Österreich und Deutschland 8000 Kessel produziert", sagt Geschäftsführer Thomas Bauer.
Den Hauptgrund für den Trend zur Biomasse sehen Experten im Anstieg des Ölpreises. So stieg der Preis für eine 3000-Liter-Tankfüllung mit Heizöl Extra leicht innerhalb eines Jahres um ein Drittel. Das entspricht Mehrkosten von rund 440 Euro.
Förderansuchen haben sich vervierfacht Dass heute immer mehr Konsumenten auf Pellets-Heizungen umsteigen, spiegelt sich auch in der Zahl der Förderansuchen beim Land wider. So langten in der Energieabteilung allein im ersten Halbjahr 116 Förderansuchen ein - fast vier Mal so viel als noch vor fünf Jahren. Darüber hinaus liegen beim Land an die 60 Anträge auf Förderungen für den Bau von Biomasse- und Abwärme-Anlagen.
Ob die Pellets-Preise auf Dauer niedrig bleiben, ist unklar. Kesselproduzent Linsberger meint, dass mit der steigenden Nachfrage auch die Preise langfristig steigen könnten. Georg Thor, Geschäftsführer der Energieberatung Salzburg, geht dagegen davon aus, dass die Preise noch weiter sinken könnten, weil das Angebot steigt. Thor: "Heute überlegen immer mehr Sägewerke, Pellets für den Verkauf zu erzeugen."
© SN.
Quelle: Salzburger Nachrichten