| Holzpellets News |
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Wo gehobelt wird, da fallen Späne – in Sägewerken und Holz verarbeitenden Betrieben besonders viel davon. Unter hohem Druck und ohne chemische Bindemittel lässt sich daraus ein CO2-neutraler Energieträger herstellen: die Holzpellets. Dabei handelt es sich um 6 bis 8 mm dicke und 10 bis 30 mm lange Presslinge, bei deren Verbrennung nur die Menge an Kohlendioxid frei gesetzt wird, die der Baum zuvor beim Wachsen aufgenommen hat.
Der Markt für Holzpellet-Heizungen ist in der Region Hannover erst im Aufbau. Da Holz bei der vorgesehenen Erhöhung des Biomasseanteils am Primärenergieverbrauch eine vorrangige Position einnehmen wird, ist ein positiver Trend nach Ansicht von Experten aber schon erkennbar. „Für das Sanitär- und Heizungshandwerk eröffnet sich hier ein ganz neues Geschäftsfeld, das es jetzt zu erschließen gilt“, macht Andreas Steege, Geschäftsführer der target GmbH, deutlich. Denn wegen der neu-en Energieeinsparverordnung (EnEV) müssen ohnehin sehr viele Heizkessel in den nächsten Jahren ersetzt werden.
Neue Technolgien fordern neue Qualifikationen
Neue Technologien – wie die Holzpellet-Heizung – fordern dem Handwerk allerdings auch neue Qualifikationen ab.
Deshalb entwickelte die target GmbH in Kooperation mit dem niedersächsischen Fachverband Sanitär-, Heizungs-, Klima- und Klempnertechnik herstellerunabhängige Qualifizierungsmaßnahmen und führt diese seit März 2001 acht bis zehn Mal im Jahr durch.
„Dieses Weiterbildungsangebot speziell für das SHK-Handwerk ist einmalig in Deutschland“, betont Bodo Grimmig, zuständiger Projektmanager bei target. „Gemeinsam mit dem Handwerk wollen wir erreichen, das sich das Heizen mit Holzpellets als eine komfortable, ressourcenschonende und umweltfreundliche Alternative mehr und mehr am Markt durchsetzt.“ Vorreiter dieser hocheffizienten Technik, die einen Wirkungsgrad von 90 bis 94 Prozent erreicht, sind Österreich und die Schweiz. Mittlerweile haben aber auch in Deutschland alle großen Heizanlagenhersteller Holzpellet-Heizungen im Programm, wie eine „Marktübersicht“ des Biomasse Info-Zentrums in Zusammenarbeit mit der Fachagentur für Nachwachsende Rohstoffe deutlich macht.
Erste Pelletheizungen in Betrieb
Einer der wenigen Handwerksbetriebe in Hannover, der bereits Pelletheizungen aufgestellt hat, ist Corona Solar. „Heizen mit Holzpellets muss noch viel stärker propagiert werden. Die Technik ist einfach super, die Kessel solider Landmaschinenbau!“, schwärmt Ulf Hansen-Röbbel. „Wenn die Nachfrage steigt, können auch die Preise für die teilweise in handwerklicher Arbeit hergestellten Heizkessel gesenkt werden.“ Die Anschaffungskosten seien zwar höher als bei einer Ölheizung, dafür seien aber Lager- und Transportfolgen wie Grundwasserverschmutzungen durch Öl oder Tankerunglücke ausgeschlossen, hält Hansen-Röbbel zögernden Kunden entgegen. Die Verlässlichkeit der Lieferung der Holzpellets ist eine häufig gestellte Frage, die Hansen-Röbbel ehrlich beantwortet: „Die Infrastruktur von Gas und Öl ist perfekt. Mit Holzpellets könnte in Hannover zurzeit nur jedes zehnte Haus beheizt werden.“ Angesichts von bundesweit bisher etwa 10.000 installierten Holzpellet-Heizungen seien Lieferschwierigkeiten eher unwahrscheinlich. Die Broschüre „Holzpellets.- Energie, die nachwächst“ enthält u.a. eine von der Agentur C.A.R.M.E.N. zusammengestellte umfangreiche Händlerliste.
Kein Zögern gab es für das Ehepaar Gudrun und Wolfgang Arnecke in Barsinghausen bei ihrer Entscheidung für die Holzpellet-Heizung. „Angesichts der Endlichkeit der fossilen Brennstoffe haben wir uns ganz bewusst für das Heizen mit Biomasse entschieden. Damit haben wir einfach ein besseres Gefühl!“ Zurzeit ist die neue Heizung in Kombination mit einer Solaranlage noch ausschließlich für die Warmwassererzeugung zuständig. Im Frühjahr werden Heizungsrohre verlegt und die alten Nachtspeicherheizungen durch moderne Heizkörper ersetzt.
Zuschüsse für Verfeuerung von Biomasse
Arneckes haben vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA,) eine Förderung erhalten: 780 EUR Zuschuss gab es für die Verfeuerung von Biomasse und 609 EUR für die 7 qm große Sonnenkollektoranlage. Zu einem vergünstigten Zinssatz von 2,5 Prozent über die gesamte Laufzeit erhielten sie darüber hinaus noch einen Kredit in Höhe von 3.418 EUR von der niedersächsischen Treuhandstelle für Wirtschaftsförderung.
Wichtig für Interessierte: Mittlerweile gibt es sogar noch höhere Zuschüsse. Die aktuellen Konditionen können beim BAFA erfragt werden. Dabei muss unbedingt beachtet werden, dass die Förderanträge immer vor dem Kauf eines neuen Kessels gestellt
Quelle: Haus und Markt